Insekten im Kunsthaus Steffisburg!

 

Lange Zeit dachten wir, dass Evolutionsalter und Artenvielfalt der Insekten ein Zeichen von Widerstandsfähigkeit und Überlebenswillen sei. Unverhofft entdecken wir nun, wie ein dramatischer Verlust der schieren Menge an fliegenden Insekten fatale Auswirkungen auf unsere Nahrungsketten und das Ökosystem ankündigt.

Mit der dritten Ausstellung des Bestiarium Helveticum zeigen wir eine Brutstätte von „Insekten“ aus der Sicht der Menschen: Von Kunst bis Plastikspielzeug, von Film, Kinderzeichnung bis Schmuck.

Mit Beiträgen von Liz Bachhuber, Hannes Brunner, Monsignore Dies, Eggs Bitschin, Reto Emch, Res Ingold, Jakob Jenzer, Patrick Nardin, Pat Noser, MaboArt, Victorine Müller, Susanne Muller, Pavel Schmidt, Jürg Benninger, Daniela de Maddalena, Hanswalter Graf und Weiteren.

Kuratiert von Christoph Rihs.

Bestiarium Helveticum

«Ein Bestiarium (zu lateinisch bestia, ‹[wildes] Tier›) ist eine mittelalterliche Tierdichtung, die moralisierend tatsächliche oder vermutete Eigenschaften von Tieren, auch Fabelwesen, allegorisch mit der christlichen Heilslehre verbindet.»

Der Bieler Künstler Christoph Rihs gastiert im Kunsthaus Steffisburg als Kurator des ersten Ausstellungszyklus. Mit dem Zyklus «Bestiarium Helveticum» bespielt er das Kunsthaus Steffisburg während neun Monaten mit einer bunten Folge von Inszenierungen, bevölkert von Wesen und Bildnissen, die darauf warten, aus der Form auszubrechen und sich in den brachliegenden Leerstellen einzunisten.

Christoph Rihs’ kuratorisches Programm umfasst verschiedene Ausstellungen zum Thema «Bestiarium Helveticum» und startet mit einer gleichnamigen Gruppenausstellung. Mickry 3, Monsignore Dies, Olivier Estoppey, Pavel Schmidt und Selina Baumann sind eingeladen, mit ihren Skulpturen ihren eigenen Beitrag zum Bestiarium beizusteuern und das alte Bushaus am Rande des Dorfplatzes zu beleben. Die erste Ausstellung beleuchtet das Thema des Bestiariums mit Skulpturen und fantastischen Wesen. Das kuratorische Konzept erlaubt dem Bushaus, seine ursprünglichen architektonischen Grenzen auszudehnen, zugunsten einer Form, in welcher Künstlerinnen und Künstler Raum finden, die Grenzen des Denkbaren auszureizen. Die Bespielung des Bushauses findet im Aussenbereich wie auch im ehemaligen Warteraum statt. Die Skulpturen des «Bestiarium Helveticum» schmücken die Dachkante ganz im Sinne der Villa Palagonia in Bagheria, Sizilien. Goethe war im 18. Jahrhundert von deren Grundstückgestaltung zutiefst angewidert, André Breton wiederum schätzte ihre surrealen Phantastereien. Heute scheint sie zumindest unter Künstlern eine fast ebenbürtig visionäre Kraft auszustrahlen, wie der Sacro Bosco die Bomarzo.

Auf die Gruppenausstellungen werden Einzelausstellungen von Kunstschaffenden folgen, die mit ihren Arbeiten in diesem Thema heimisch sind oder sich damit auseinandersetzen wollen. Sie sollen den Bogen zwischen erfundenen, erlogenen und wirklich existierenden Wesen weiterspannen und die Steffisburger Zwischenräume auskundschaften und ausfüllen. Die Belebung des Kunsthauses Steffisburg durch das «Bestiarium Helveticum» bietet Raum für Unvorhergesehenes und so wird die eine oder andere Überraschung nicht ausbleiben.


Die Ausstellung läuft vom 17.2. bis am 23.3.2019.

Öffnungszeiten:
Samstag, 23.2., 2.3., 9.3., 16.3., 23.3., von 14—16 Uhr
Sonntag, 17.2., 24.2., 3.3., 10.3., 17.3., 24.3., von 14—16 Uhr

Vernissage: 16.2.2019, 17 Uhr, Dorfplatz Steffisburg

 

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