„Hospitality Inn“ a reference to Nuriye Gülmen and Semih Özakca

Taste of Tea, a parallel event of the Biennale Istanbul

For some years already, Swiss artist Daniela de Maddalena works in the domain of interactive art. Her deep consternation about humanitarian disasters all over the world are significantly influencing her work. She is particularly interested in a better understanding of different cultures.

At the Biennale of Istanbul (Srkeci and Haydarpasa) she will serve to the audience of her performances a special welcome drink as “a present from the kitchen“. In this work, she is interested in the tradition of tea drinking as a sign of welcome culture in Turkey.

Catalog: http://9dh-istanbul.com/catalogue/#page/38

Information about Nuriye Gülmen and Semih Özakca  (in German) by

Marco Kauffmann Bossart, Istanbul

Seit November standen die Literaturdozentin Nuriye Gülmen und der Primarlehrer Semih Özakca vor dem Menschenrechtsdenkmal in Ankara. Es war ein stiller Protest gegen ihre Entlassung nach dem missglückten Militärputsch. Im März traten die beiden Pädagogen, die sich zu Unrecht verdächtigt fühlen, in einen Hungerstreik. Dennoch kehrten sie täglich zu dem Denkmal an der Yüksel-Strasse zurück, zuletzt im Rollstuhl. Sie ernähren sich von gezuckertem Wasser, Salz und Vitamin B. Ärzte bezeichnen ihren Gesundheitszustand als besorgniserregend.

….

more:

https://www.nzz.ch/international/verzweifelte-proteste-in-der-tuerkei-hungern-gegen-die-justizwillkuer-ld.1297319

http://www.taz.de/!5456539/

«Votre résistance me rend forte»

 

 

Performance Sirkeci Station (about 45 minutes)

Title: “hospitality”  a reference to Nuriye Gülmen and Semih Özakca 2017

Turkish tea glasses, spoons, a salver, water and 3 bins with the main ingredients for survival are arranged on a small table covered with a napkin. Under the eyes of the audience the artist prepares drinks. Every mixed drink she offers on a salver alternating to a man or a woman as an act of hospitality.

 

Performative Installation Haydarpasa station (September 13 – October 5)

Wagon 6

Title: “hospitality inn” a reference to Nuriye Gülmen and Semih Özakca 2017

In an old railway passenger coach at Haydarpasa station, which represents her restaurant “Hospitality In”, Daniela de Maddalena welcomes her guests. The ambiance is surprisingly nice and visitors feel comfortable. The menu is rich and is inviting to order. Only the prices are strange: 1 Kurus. A waitress asks the guests for their orders. As “a present from the kitchen” a waitress brings fresh water and 3 bins containing the main ingredients for survival on a salver. Under the eyes of her guests she prepares a welcome drink in Turkish tea glasses for everyone as a sign of hospitality. Then the ordered dishes will be served. Every course will be announced. But, as a surprise for the guests, the plates will remain empty.

During the exhibition, water, sugar, salt, vitamins and tea glasses are provided on the tables, so that guests can also serve themselves while they take a break.

 

More collected informations::

Quelle TAZ:

Nuriye und Semih

„Die Hälfte von uns ist drin geblieben“

Im Prozess gegen die hungerstreikende Akademikerin Nuriye Gülmen und den Lehrer Semih Özakca, entschied das Gericht, den Lehrer freizulassen

Semih Özakca winkt seine Frau im Gerichtssaal Foto: Tarık Tolunay

Die Literaturwissenschaftlerin Nuriye Gülmen und der Lehrer Semih Özakça sind zwei von vielen, die nach dem vereitelten Putschversuch mit Dekreten aus dem öffentlichen Dienst entlassen wurden. Gegen ihre Entlassungen protestieren die beiden seit 346 Tagen, seit 226 Tagen im Hungerstreik. Seit 150 Tagen befinden sie sich in Haft. Am Freitag entschied das Gericht, Semih Özakça vorläufig freizulassen.

Die beiden Angeklagten wurden verhaftet, weil ihr Protest nicht weiter in der Öffentlichkeit sichtbar sein soll. Ihnen wird vorgeworfen, Mitglied der in der Türkei verbotenen Organisation DHKP-C zu sein. Seit dem 23. Mai 2017 befinden sich Gülmen und Özakça nun in Haft. Weil ihr Gesundheitszustand sich zunehmend verschlechterte, werden sie seit 84 Tagen in einem Krankenhaus in Ankara festgehalten. Angehörige und Freunde sorgen sich über eine eventuelle Zwangsernährung, die bleibende Schäden hinterlassen könnte. Bei den bisherigen Prozesstagen am 14. und 28. September ließ das Gericht sie nicht frei.

 

Einen Zusammenhang mit Terror schaffen

Das Gericht wirft Gülmen und Özakça vor, ihren Hungerstreik auf Anweisung der Organisation DHKP-C begonnen zu haben. Angehört wird am heutigen Prozesstag eine Person namens Berk Ercan. Ercan soll Mitglied von DHKP-C gewesen sein. Die Verteidiger von Gülmen und Özakça betonten vor Gericht, dass diese Art von Zeugenbefragung dazu dienen soll, eine Verbindung zwischen den beiden Angeklagten und einer terroristischen Organisation herzustellen. Der Zeuge Ercan, der seit 2015 wegen Mitgliedschaft bei der Organisation DHKP-C verhaftet ist, sagte aus, dass er Kontakt zu Gülmen und Özakça gehabt habe, aber keine Informationen über den Hungerstreik habe.

Mahmut Tanal, der den Prozess als Jurist und Parlamentsabgeordneter der CHP beobachtet, kritisiert, dass mit Berk Ercan ein Geständiger als Zeuge befragt wird, der nichtmal persönlich vor Gericht erscheint, sondern per Videoübertragung aussagte. Zafer Kazan, einer der Anwälte von Gülmen und Özakça sagte: “Diesen Umgang mit Zeugenaussagen kennen wir schon von anderen manipulierten Prozessen.“

Freilassung gefordert

Der Anwalt Murat Yilmaz bemängelte die Befragung von “anonymen Zeugen“ und sagte vor Gericht: “Ist diese Person ein Zeuge oder ein Informant? Die Anklageschrift ist dermaßen leer, dass die Regierung nachträglich Belege an das Gericht schickt, auch nachdem der Prozess bereits begonnen hat. Die Staatsanwaltschaften in Ankara und Istanbul sowie die Sicherheitsbehörden haben aufgehört zu arbeiten. Sie sorgen sich nur noch darum, was sie der Anklage noch hinzufügen können. Sie erpressen Nuriye, geben ihr keinen Begleiter, sperren sie in Zellen ohne Tageslicht ein. Gülmen und Özakça fliehen nicht. Obwohl die Leitung der Haftanstalt und das Krankenhaus darüber berichten, dass sie sich in Lebensgefahr befinden, wird ihre Haft fortgesetzt. Lasst sie umgehend frei!“

Özakça skandalisierte vor Gericht die Anklageschrift gegen ihn: “Wir wollen nur unsere Arbeit zurück. In der Anklageschrift steht, dass ich nach Eskisehir gegangen sei. Dabei stamme ich aus dieser Stadt.“ Über den “anonymen Zeugen“ sagte Özakça: “Was er von sich gibt ist kein Geständnis, sondern Verleumdung. An dem Tag, an dem er mich gesehen haben will, war ich noch im Militärdienst.“

Keine konkreten Beweise

In seiner Verteilungsrede sagte Özakça weiter: “Es gibt keinerlei konkrete Vorwürfe oder Beweise. Mir wird einzig vorgeworfen, dass ich in der Yüksel Straße in Ankara eine Presserklärung gegeben habe. Sie haben mein Tagebuch, das ich im Gefängnis führe, als Beweismittel aufgenommen. Weil es sonst nichts gibt. Wir machen einen Hungerstreik, weil wir unsere Arbeit zurück haben wollen. Kein anderes Ziel haben wir. Ein Mensch braucht auch keine Organisation, um in den Hungerstreik zu treten. Wir haben alles versucht, um unsere Einstellungen zurückbekommenen. Dann haben wir uns für den Hungerstreik entschieden.“

Özakça beklagte die Repression gegen die Literaturwissenschaftlerin Gülmen und seine Person: “Egal wie entschieden wird, die Geschichte wird das nicht akzeptieren. Es gibt keine konkreten Beweise. Ich bin ein Lehrer. Glaubt mir, und nicht diesem Zeugen, der lügt.“ Applaudiert wurde Özakça abermals, als er seine Verteidigungsrede damit beendete, die Anwesenden aufzufordern, die Hoffnung nicht zu verlieren: “Dass unsere Träume sich bald in sonnige Tage verwandeln.“

Bevor das Gericht in Ankara ihr Zwischenurteil bekannt gab, sagte der Anwalt Ömer Faruk Eminağaoğlu: “In der Türkei ist es keine Straftat, in einen Hungerstreik zu treten. Hungerstreik ist Menschenrecht. Auch meine Mandantin Nuriye Gülmen wurde zu einem anderen Zeitpunkt per Videoübertragung befragt. Angeklagte außerhalb des Gerichts zu verhören ist nicht rechtmäßig.“

Angriff auf Unterstützer

Nach den Verteidigungen unterbrach das Gericht die Sitzung für Beratungen. Während der Pause kam es vor dem Gericht zu Auseinandersetzungen. Die Polizei musste eingreifen. Daraufhin wurde die Sitzung unter der der Anwesenheit von 100 Bereitschaftspolizisten fortgesetzt.

Das Gericht entschied in seinem Zwischenurteil, Semih Özakça vorläufig freizulassen, allerdings unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen, mit elektronischen Fußfesseln. Für Nuriye Gülmen, die nicht zum Gericht gebracht wurde, entschied das Gericht die Fortsetzung der Haft. Anwälte und Gericht diskutierten anschließend über das Datum des nächsten Prozesstages, der letztlich am 17. November stattfinden soll.

Nach der Verhandlung sagte Esra Özakça, die Ehefrau von Semih Özakça, der taz: “Zuerst hat sich Semih gefreut, dann wurde er wieder traurig. Die Hälfte von uns ist drin geblieben. Unsere Freude ist nur halb. Ich hoffe, dass wir bei der nächsten Sitzung auch Nuriye raus bekommen.“

Le Courrier

«Votre résistance me rend forte»

Lundi 20 novembre 2017

Nuriye Gülmen (le dessin) et Semih Ozakça sont en grève de la faim depuis 260 jours.

Vendredi dernier se tenait à Ankara la quatrième audience du procès de Nuriye Gülmen et Semih Ozakça, accusés d’appartenir à une organisation terroriste. Nuriye Gülmen a enfin pu s’adresser à ses soutiens.

A chaque nouvelle audience du procès de Nuriye Gülmen et Semih Ozakça, le public s’installe anxieusement dans la salle de la prison de Sincan, non loin d’Ankara. La tension et la fatigue d’une année de combat se lisent sur les visages. Voici un an que ces deux enseignants, licenciés dans le cadre des purges ayant suivi le Coup d’Etat manqué de juillet 2016, réclament leur emploi. Ils sont en grève de la faim depuis 260 jours. Nuriye Gülmen et Semih Ozakça sont aujourd’hui accusés d’être membres d’une organisation terroriste (DHKP-C) et ont été placés en détention provisoire le 24 mai dernier. Semih Ozakça a été libéré à l’issue de la troisième audience (lire notre édition du 23 octobre).

Ce vendredi, la tension est à son comble. Nuriye Gülmen, enfermée dans sa chambre d’hôpital va enfin apparaître pour la première fois par vidéo-conférence. Lorsque l’écran s’allume, le public exulte, applaudissant longuement cette femme que presque personne n’a vue depuis six mois et qui est devenue le symbole de l’opposition turque. «Je salue tous ceux qui résistent et nous soutiennent. Votre résistance me rend forte. J’aime mon peuple, ce combat je le mène pour lui», clame-t-elle.

Dans la salle, quelques larmes ici et là mais surtout un silence religieux. Nuriye Gülmen parle. Pendant deux heures elle raconte les raisons de son combat et ses conditions de détention. La lumière de sa chambre est allumée 24h sur 24. «Je ne tire ma force que de mon sommeil, et vous me l’enlevez. Je ne devrais même pas être à l’hôpital, je ne suis pas malade», dit-elle. «Je n’ai pas vu le ciel depuis plusieurs mois.» Elle n’a pas accès au téléphone, ne reçoit pas les journaux ni ne peut rencontrer ses médecins.

Nuriye Gülmen refuse de présenter sa défense. Elle saisit l’opportunité de cette audience pour insuffler de l’espoir parmi les résistants qui la soutiennent. «Je ne me défendrai pas tant que je ne serai pas entendue avec vous, dans le tribunal», dit-elle. «Monsieur le juge, s’il m’arrive quoi que ce soit dans cet hôpital, vous en porterez la responsabilité.»

Elle juge sa détention arbitraire et illégale. «Dans un procès normal, on détient quelqu’un quand on a des preuves or Nuriye est détenue pour permettre à l’accusation de trouver des preuves», explique Dervis Emre Aydin, un des principaux avocats des grévistes.

«Je le fais de mon propre chef»

Nuriye Gülmen revient également sur les accusations dont elle fait l’objet, notamment celle d’avoir entrepris une grève de la faim sur ordre du DHKP-C, coutumier de ce mode d’action. Jusqu’alors engoncée dans ses coussins, elle se redresse le doigt tendu vers la caméra. «Personne ne tiendrait ne serait-ce qu’une journée en grève de la faim si elle lui était ordonnée. Je suis pleinement consciente des risques, je le fais de mon propre chef.»
A l’issue de son intervention, le public reste nerveux. Certes, elle va encore relativement bien, mais la Cour a décidé d’entendre un nouveau témoin: Fatih Solak. Il s’agit d’un ancien membre du DHKP-C. Il affirme avoir côtoyé les deux prévenus. Mais son témoignage manque de consistance. Fatih Solak dit ne pas se rappeler des détails et demande au juge de lui relire sa déposition. La défense ne manque pas de le noter.

Canons à eau à la sortie de l’audience

Me Yilmaz, avocat de la défense, démontre ainsi les contradictions du témoin et affirme qu’il parle sous la contrainte. «Monsieur le procureur considère que les deux témoins [Berk Ercan, entendu le 20 octobre, et Fatih Solak] n’ont pas de raison de mentir à propos de Nuriye Gülmen et Semih Ozakça. Mais Fatih Solak, accusé d’être membre du DHKP-C, se balade librement dans la rue.» Pour la défense, ces témoins sont une tentative de l’accusation de fabriquer des preuves. Elle demande non seulement la libération de Nuriye Gülmen, mais également l’abandon des poursuites.

La Cour décide cependant de son maintien en détention à l’hôpital. A la sortie de la salle d’audience, la tension se relâche brusquement. Aux slogans demandant la libération des grévistes répondent les canons à eau, balles en plastique et gaz poivre. Prochaine audience le 27 novembre.

En lien avec cet article:

Ozakça libéré, Gülmen reste en prison

Les mines étaient déconfites à la sortie de la prison de Sincan, non loin d’Ankara, ce vendredi 20 octobre. S’y déroulait la troisième audience du procès de Nuriye Gülmen, Semih Ozakça et Acun Karadag, tous les trois accusés d’appartenir au DHKP-C, une organisation terroriste marxiste-léniniste et d’en faire la propagande. Le juge a décidé de libérer Semih, qui sera assigné …

L’opposition aux purges peine à mobiliser

Si le combat de Nuriye Gülmen et Semih Özakça est exemplaire, il demeure l’exception. La résistance aux purges qui ont suivi le coup d’Etat manqué du 15 juillet 2016 peine en effet à se faire entendre. En cause, la répression qui s’abat sur toute contestation et le faible engagement sur le terrain des organisations politiques et syndicales.

En un peu plus d’un an, environ 140 000 fonctionnaires ont été démis de leurs fonctions. Vingt-six décrets présidentiels, émis dans le cadre de l’état d’urgence, ont touché toute la fonction publique et frappé toutes les oppositions au régime.

Les victimes des purges sont dans une situation de mort sociale, sans indemnité, chômage ni retraite. Peu nombreux sont les entrepreneurs qui osent engager une personne dans le collimateur de l’Etat.

Les licenciements ne sont pas motivés, rendant impossible tout recours judiciaire. Quelque vingt-cinq mille «purgés» ont saisi plus tôt cette année la Cour européenne des droits de l’homme. Celle-ci les a renvoyés devant une commission d’appel de l’état d’urgence créée par le gouvernement en janvier pour évaluer les litiges. Elle a reçu au cours de l’été cent mille dossiers. Les partis politiques et organisations syndicales de gauche sont sceptiques. Elles la jugent partiale et opaque. Cette commission n’a toujours pas rendu la moindre décision.

La réaction des organisations politiques et syndicales d’opposition est cependant timorée. Le CHP (Parti républicain du peuple, centriste) a organisé une marche pour la justice en juin, demandant le retour de l’Etat de droit. Elle a rassemblé 500 000 personnes à son arrivée à Istanbul. Mais le parti refuse une confrontation directe dans la rue et mise sur les élections locales et nationales de 2019 pour mettre fin à ce régime.

De même, le principal syndicat de gauche de la fonction publique, KESK (Confédération des syndicats de la fonction publique) refuse de s’engager dans un conflit social et politique bien que 4099 de ses membres ont été purgés. La peur de la répression n’y est pas pour rien. Le syndicat fournit une aide financière (1000 TL soit 260 CHF) et juridique à ses membres. Il estime ne pas pouvoir agir plus activement tant que l’état d’urgence sera en vigueur. Le gouvernement, quant à lui, ne semble pas décidé à y mettre un terme.

Seules quelques centaines de personnes résistent donc ouvertement. A Ankara, la résistance de Yüksel initiée le 9 novembre 2016 par Nuriye Gülmen et Semih Özakça en grève de la faim depuis plus de 250 jours, concentre toute l’attention. Ces résistants, matraqués quotidiennement et poursuivis par la justice anti-terroriste, veulent croire que leur persévérance finira par contaminer le reste de la société. JBX

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